Wir sind das NIT. Das Naval Innovation Team. Ja, ja…schon wieder so ein Team. Wieder eine Gruppe „junger Wilder“, die das maritime Umfeld verbessern wollen. Aber weit gefehlt. Wir sind nicht irgendeine Gruppe, wir sind diejenigen, welche es dieses Mal wirklich besser machen und nicht nur über verfahrene Strukturen und Sachstände meckern. Machen ist eben wie wollen, nur krasser!

Aber von Anfang an. Worum geht es uns eigentlich?

Zweidrittel unseres Namens sind selbsterklärend. Der Mittelteil, der mittlerweile allzu inflationär verwendeten Begriff „Innovation“ sollte hier herausgestellt werden: Wo fängt Innovation überhaupt an und wie verträgt sich diese mit einer Teilstreitkraft, in welcher, ohne auf den Traditionserlass der Bundeswehr näher eingehen zu wollen, Tradition am stärksten ausgeprägt und gelebt wird (Seemannssonntag, nationenübergreifende Ehrerweisung bei Passieren durch Marineeinheiten des Marineehrenmals Laboe, Schiffstaufen, um nur einige Beispiele zu nennen)? Vor nicht allzu langer Zeit war es noch nicht vorstellbar, dass Frauen an Bord von Kriegsschiffen dienen und heutzutage ist dies der absolute Normalzustand, was auch absolut gut so ist! Die Welt ändert sich in rasantem Tempo. Nichts ist so beständig, wie die Unbeständigkeit und hinter vermeintlich simplen Sachverhalten stecken maximal komplexe Prozesse, wie der Beschaffungsprozess der Bundeswehr belegt. Mit einer „das-haben-wir-schon-immer-so-gemacht-Einstellung“ kommen wir da alle nicht weiter und wir müssen uns gemeinsam neuen Herausforderungen stellen, die wir teilweise noch nicht greifen können. Wir, und damit ist die westliche Werte-Gesellschaft gemeint, sitzen alle im selben Boot und ohne wenigstens ein Grundverständnis über eingenommene Kurswechsel zu haben, verlieren sich die eigentlichen Ziele wie Wohlstand, Frieden und Freiheit schnell aus dem Auge.

Bedeutet Innovation also sich von tradierten Ansichten zu verabschieden? Fängt Innovation vielleicht da an, wo Tradition aufhört? Innovation leitet sich aus dem Lateinischen innovare (erneuern) ab und meint im querschnittlichen Verständnis die Umsetzung von neuen Ideen und Erfindungen. Es bedeutet nicht funktionierende Mechanismen in Frage zu stellen oder zu „verschlimmbessern“. Es bedeutet auch nicht bewährte Strukturen, Technologien oder eben Traditionen abzuschaffen, ansonsten hätten wir uns Naval Exnovation Team nennen müssen. Wie wollen wir also diesen Innovationsbegriff zu einem Konzept ausbauen oder anders gefragt: Was wollen wir eigentlich genau?

In Deutschland wird zwar viel über die maritime Natur gesprochen und gern trägt auch der Bayer irgendwo einen Anker als Devotionalie am Körper, aber ist dieser Diskurs doch weit entfernt vom eigentlichen maritimen Mindset. Es fehlt in der breiten Öffentlichkeit an einer ressortübergreifenden, koordinierten Planung, einem Sammelsurium des sicherheitspolitischen Wissens sowie der Aufgaben der Seestreitkräfte und damit letztendlich einem klaren Anlaufpunkt für jeden, der seine „sea blindness“ zu überwinden gedenkt.

Wir im NIT, haben es uns zur Aufgabe, fast schon zur Passion gemacht, diese breite Öffentlichkeit abzuholen, die Chance zur maritimen Wissensbildung zu forcieren und einem daraus resultierenden Dialog diverser sicherheits- und verteidigungspolitischer, aber auch gesellschaftlicher Aspekte einen ungezwungenen und innovativen Raum zu geben.

Wir zielen darauf ab, nicht die hiesige maritime Community zu erreichen, sondern bewusst eine breite Meinungsvielfalt zur Diskussion anzuregen. Fern von Hierarchieebenen und militärischem Background wollen wir tradierte Ansichten kritisch hinterfragen und neue Standpunkte einbringen. Eben innovativ im wahren Wortsinn tätig werden.

Wir versprechen uns, dass durch diesen Meinungsaustausch moderne Denkansätze angeregt werden und wir möglicherweise Menschen erreichen, die bisher nicht den Mut oder die Leidenschaft hatten, sich diesem hochspannenden und vielfältigen Thema anzunehmen. Mögliche Frustrationen der jüngeren Generation werden wir durch untypische Formen der Herangehensweise an Problemfelder beseitigen und ihnen somit auch den Zugang zu Netzwerken und Mitgestaltungsformaten vereinfachen.

Außerdem wollen wir mal wieder frischen Wind in die Landschaft der grauen Einheiten bringen. Wo früher Gesprächsrunden mit Kaffee im Warmen abgehalten worden, planen wir, die Boote und Schiffe, das Meer und die Wellen mitten ins Wohnzimmer der Öffentlichkeit zu bringen. Ob mit Hilfe spannender Podcasts, der umfassenden Nutzung der Möglichkeiten des SocialMedia oder Live-Mitschnitten von Hochwertveranstaltungen, wir werden den maritimen Diskurs überall auf die Tagesordnung setzen und so Freude auf mehr Meer machen.

Unterstützt werden wir hierbei von bereits etablierten Gesellschaften und schaffen es so, nicht als pöbelnder Jüngling in die Runde der Greise zu treten, sondern kommen als geschätztes Mitglied in ein Netzwerkgeflecht, welches durch Mentoring die ersten Gehversuche gestützt bekommt. Die Gemeinsamkeiten aller, aber vor Allem auch die Unterschiede der einzelnen Netzwerke werden final ein buntes Potpourri an Meinungen und Herangehensweisen offerieren, zu welchem wir gern unseren innovativen, unkonventionellen und dynamischen Anteil leisten wollen.

Dabei besteht unser Personalkörper aus alten Seebären, Vertretern der Wirtschaft, Intellektuellen, Mittelsmännern aus der Gesellschaft. Uns alle eint der Gedanken, alle Menschen an unserer Liebe zum Meer, der Seefahrt, dem grauen Stahl sowie den Verpflichtungen die wir im maritimen Sektor gegenüber Wirtschaft, Politik und Gesellschaft übernommen haben, anzustecken. Auch wenn die Wortwitze mit der See nun schon mächtig ausgereizt wurden, möchten wir dazu anregen, dass alle in Deutschland meerverstehen.

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